Alltag in Zürich
Mit einem Bünzli
«Bünzli» ist das Zürcher Wort für den Nachbarn, der die Hausordnung kennt und sie durchsetzt — Waschtag, Nachtruhe, Karton. Er meint es selten böse. Wer sich rechtfertigt, verliert; wer sich bedankt und fragt, wo es steht, hat Ruhe.
Jeder Satz ist maschinell auf Zürcher Formen geprüft: Formen aus anderen Mundarten oder aus Deutschland kommen nicht durch.
Das hören Sie
Sie, das dörf mer da nöd.
Sie, das darf man hier nicht.
Das hören Sie
Das hören Sie
Am Sunntig wird nöd gwäsche.
Am Sonntag wird nicht gewaschen.
Das hören Sie
Das hören Sie
Das hören Sie
Bi üs macht mer das halt so.
Bei uns macht man das halt so.
Das hören Sie
Das hören Sie
D Schue ghöred nöd vor d Tür.
Die Schuhe gehören nicht vor die Tür.
Das hören Sie
Ich säg s Ihne jetzt zum letschte Mal.
Ich sage es Ihnen jetzt zum letzten Mal.
Das hören Sie
Susch mues ich das de Verwaltig mälde.
Sonst muss ich das der Verwaltung melden.
Das hören Sie
Das isch nöd mis Problem.
Das ist nicht mein Problem.
Das hören Sie
Lueg, dä isch en richtige Bünzli.
Schau, der ist ein richtiger Bünzli.
Das hören Sie
Das isch mir ächli z bünzlig.
Das ist mir etwas zu spiessig.
Das hören Sie
Bis doch nöd so en Bünzli!
Sei doch nicht so ein Spiesser!
Das hören Sie
Er isch halt gnau, aber er meint s guet.
Er ist halt genau, aber er meint es gut.
Das sagen Sie
Merci für de Hiiwiis, das han ich nöd gwüsst.
Danke für den Hinweis, das habe ich nicht gewusst.
Das sagen Sie
Sie händ rächt, ich mach s grad weg.
Sie haben recht, ich mache es gleich weg.
Das sagen Sie
Ich lueg, dass es nüme vorchunt.
Ich schaue, dass es nicht mehr vorkommt.
Das sagen Sie
Das sagen Sie
Das sagen Sie
Chönd mer das in Rueh aaluege?
Können wir das in Ruhe anschauen?
Das sagen Sie
Ich wett kei Striit mit de Nachbare.
Ich möchte keinen Streit mit den Nachbarn.
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