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HeidiHeidi

Methode

Die Methode

Heidi ist nach dem gebaut, was die Forschung tatsächlich zeigt — und nicht nach dem, was sich als Sprachkurs gut verkauft. Das führt zu ein paar Entscheidungen, die auf den ersten Blick seltsam wirken.

  1. 01

    Die Falle, aus der Heidi heraushilft

    Sie lernen Deutsch, ziehen nach Zürich und stellen fest, dass es nicht hilft. Am Tisch wird Dialekt gesprochen, Sie verstehen fast nichts, und weil man Ihnen das ansieht, wechseln alle höflich auf Hochdeutsch oder Englisch. Genau der Input, der Sie besser machen würde, wird Ihnen entzogen, weil Sie ihn nötig hätten. Heidi ist eine Quelle von Dialekt, die nicht wegschaltet.

  2. 02

    Kontakt schlägt Regeln

    In der grössten Untersuchung dazu, wie Menschen nah verwandte Sprachen verstehen, war die blosse Menge an Kontakt wichtiger als jedes Mass für sprachliche Distanz. Nicht die Grammatik entscheidet, sondern wie viel Sie gehört haben. Deshalb ist Heidi keine Lektionsreihe, sondern ein Ort, an dem ständig echter Dialekt vorbeikommt.

  3. 03

    Regeln gehören in die Übung, nicht davor

    Chind, Huus, isch, guet — die Lautregeln sind echt und sie sind nützlich. Aber der einzige saubere Test einer Regelstunde vorab zeigte keine messbare Wirkung. Was dagegen nachweislich wirkt: jemandem sagen, worauf er hören soll, genau bevor er es nochmals hört. Heidi zeigt deshalb immer nur eine Regel, immer neben einem konkreten Wort.

  4. 04

    Die Prüfung ist immer eine neue Stimme

    Sich an eine einzelne Sprecherin zu gewöhnen ist leicht und beweist nichts. Was zählt, ist, ob das Gelernte auf eine Stimme übergeht, die Sie noch nie gehört haben. Deshalb wird bei Heidi mit vielen Sprecherinnen und Sprechern geübt und immer mit einer unbekannten geprüft.

  5. 05

    Sprechen kommt zuletzt — und das ist kein Mangel

    Erwachsene erreichen im Zweitdialekt selten muttersprachliche Aussprache, und in der Schweiz ist das weniger schlimm als fast überall sonst: Dialekt verstehen und Hochdeutsch antworten ist normal und wird respektiert. Heidi verkauft Ihnen deshalb nicht, dass Hörtraining Ihr Sprechen verbessert — die Evidenz dafür ist schwach.

Warum das keine Kleinigkeit ist

Berndeutsch, Baseldeutsch und Ostschweizer Formen sind vollkommen korrekte Wörter — einfach nicht hier. Wer Zürichdeutsch lernt, kann den Unterschied per Definition nicht hören. Genau deshalb darf diese Entscheidung nicht bei einem Sprachmodell liegen.

  • tüütsch / tütschOstschweiz
  • nidOstschweiznöd
  • güetBernguet
  • gäuBerngäll
  • …öu…Bern
  • saiBasel
  • ßss

Eine feste Regelliste — kein Sprachmodell. Sie prüft jede Zeile, die Heidi Ihnen zeigt. Hier können Sie die Liste selbst laufen lassen.

Zürichdeutsch hat keine offizielle Rechtschreibung. Diese Prüfung sagt Ihnen nie, dass Ihre Schreibweise falsch ist — nur, dass eine Form aus einer anderen Region kommt.

Die Schleife

  1. 01Sie bekommen etwas, das Sie nicht verstehen.
  2. 02Heidi erklärt es sofort — vollständig, nicht als Rätsel.
  3. 03Ein oder zwei Wörter bleiben hängen, weil sie Ihnen erklärt wurden, als Sie sie brauchten.
  4. 04Dieselben Wörter tauchen später wieder auf, in einem anderen Satz.
  5. 05Irgendwann begegnen Sie ihnen draussen, und Heidi war nicht dabei.

Das letzte ist das Ziel. Die meisten Programme wollen, dass Sie wiederkommen. Ein Lernprodukt sollte wollen, dass Sie es immer weniger brauchen.

Was die Forschung sagt

Sprachlernprodukte sammeln Pseudowissenschaft an, weil aus «es gibt eine Studie» sehr schnell «das ist bewiesen» wird und daraus ein ganzes Produkt. Wir halten drei Dinge auseinander: was belegt ist, was wir vermuten, und was einfach eine Entscheidung ist.

Belegt

Darauf stützen wir uns.

Vermutung

Plausibel, ungetestet — und Heidi ist das Messgerät.

Entscheidung

  • Hören vor Schreiben vor Sprechen — begründet durch die Sprachsituation, nicht nur durch Evidenz.
  • Gemessen statt vergoldet. Keine Serien, keine Punkte.
  • Die Prüfstimme ist immer eine, die Sie nicht gehört haben.
  • Echte Zürcher Aufnahmen, weil jedes verfügbare Zürcher Korpus nur für die Forschung lizenziert ist.
  • Das Modell urteilt nie über den eigenen Dialekt.

Wo wir uns korrigiert haben

Auf dieser Seite stand einmal, die Lektionsvariante der Lautregeln sei «getestet worden und habe nicht funktioniert». Das trägt eine einzelne 50-Minuten-Studie nicht, und es liess unsere eigene Variante belegt aussehen, obwohl sie die ungetestete ist. Ebenso stand hier, es gebe keine kaufbare Schweizerdeutsch-Sprachsynthese; das stimmt so heute nicht mehr.

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