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Heidi

Grammatik

Was Züridütsch schwer verständlich macht für öpper, wo scho Dütsch liest — zerscht das, wo en Satz ganz dra scheiteret, dänn das, wo Si zwar verstönd, aber nie sälber sege würded.

Dra gaht de Satz kaputt

Ohni die fangt s Zuelose gar nöd aa. Si warted uf e Form, wo nie chunt, oder läsed es Wort als öppis ganz anders — und de Rescht vom Satz isch furt.

  • Kei Präteritum

    Gschwätzts Züridütsch hät kei eifachi Vergangeheit: alles Vergangene staht im Perfekt.

    Ich bi geschter hei gange.
    Ich ging gestern nach Hause.

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  • «wo» statt der, die, das

    Relativsätz fanged fascht immer mit «wo» aa, unveränderet, egal weles Gschlächt oder wele Fall.

    De Maa, wo dört staht.
    Der Mann, der dort steht.

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  • Ei Verbform für di ganz Mehrzahl

    Mir, ihr und si überchömed di glich Verbform: «mir händ», «ihr händ», «si händ».

    Mir händ, ihr händ, si händ.
    Wir haben, ihr habt, sie haben.

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  • Bsitz andersume

    De Genitiv fählt: Bsitz wird mit Dativ plus Possessivpronome bildet, oder mit «vo».

    Em Peter sis Auto.
    Peters Auto.

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  • Fragewörter — und d Falle dinn

    wänn, wo, was, wie, weer. Di meiste erkennt mer; eis nöd.

    Wänn chunt d Abfuhr?
    Wann kommt die Abfuhr?

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  • en, e, es — de unbestimmt Artikel

    «en» bim männliche, «e» bim wibliche, «es» bim sächliche Wort.

    Bruuched Sie es Säckli?
    Brauchen Sie ein Tütchen?

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  • hett, wär, chönnt — de Konjunktiv läbt

    Wünsch, höflichi Bitte und alles, wo nume möglich isch, stönd im Konjunktiv: hett («hätte»), wär («wäre»), chönnt («könnte»), sött («sollte»), wett («möchte») — oder würd plus Grundform. Mer ghört si au mit -i: hetti, wäri.

    Ich hett gern es Kafi.
    Ich hätte gern einen Kaffee.

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  • en, em, ere — Pronomen, nöd Artikel

    Unbetonti Pronomen wärded chürzer: ihn → en, ihm → em, ihr → ere, es → s. Si hänked sich as Verb devor: «Ich han en gsee», «Säg em», «Wie gaht s ere?».

    Ich han en geschter gsee.
    Ich habe ihn gestern gesehen.

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  • gsi, gha, cho — Partizip fascht ohni ge-

    Us ge- wird g-: gmacht, gseit, gsi («gewesen»), gha («gehabt»). Vor k/ch, p, t und g fallt s ganz wäg: cho («gekommen»), kauft («gekauft»), trunke («getrunken»), gange («gegangen»).

    Ich ha kei Ziit gha.
    Ich hatte keine Zeit.

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  • cha, mues, wott — d Modalverbe

    Churz, und ich und er händ di gliichi Form, wie im Hochdütsche: ich cha, du chasch, er cha, mir chönd («können») · ich mues, du muesch, mir müend («müssen») · ich wott, du wotsch, mir wänd («wollen») · ich darf, mir dörfed («dürfen») · ich söll, mir sölled («sollen»). Di gliichi Pluralform gilt für mir, ihr und si. I de Vergangeheit blibt s Modalverb im Infinitiv: «Ich ha nöd chönne cho».

    Ich cha hüt nöd cho.
    Ich kann heute nicht kommen.

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  • am vieri, halbi drüü — d Uhrziit

    «am» heisst «um», «ab» heisst «nach»: am viertel ab achti = um Viertel nach acht. Di voll Stund überchunt meistens es -i: am vieri, am achti, am zwölfi. «Halbi drüü» isch halb drüü, also 2:30 — wie im Hochdütsche.

    Mir träffed eus am halbi drüü.
    Wir treffen uns um halb drei.

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Verstah scho — sälber säge nie

Die verstönd Si bim Lose problemlos. Wer si nie sälber bruucht, tönt daurhaft nach Hochdüütsch mit Züri-Wörter drin.

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